Sonntag, 4. Juli 2010

Noch 14 Tage: Versprechen und Fakten zum Volksentscheid

Viele Hamburger Bürger sind verunsichert. Christa Götsch und der Schwarz - Grüne Senat haben den Hamburgern viel versprochen. Die Primarschule, sagen sie, bringe große Vorteile. Es gebe keine Beweise für die versprochenen Vorteile der Primarschule, erklärte dagegen erst vor wenigen Tagen Deutschlands bekanntester Bildungsforscher und Pisapapst Jürgen Baumert. Viele Hamburger fragen sich, was stimmt? Was ist für unsere Kinder das Beste?

In diesem Blog wollen wir das überprüfen. Tag für Tag werden wir bei Kernaussagen der Schulreformer nachhaken. Was sind Versprechen, was sind Fakten? Was sagen Experten, Wissenschaftler und Praktiker?

Lesen Sie den Faktencountdown zur Hamburger Schulreform.

 


1. Kernsatz der Primarschulreformer:



Dies behauptet die Bürgerschaft in der Wahlbroschüre, die allen Hamburger Wählern zum Volksentscheid zugeschickt wurde. Darin findet sich die "Die Stellungnahme der Bürgerschaft zu ihrer Vorlage", in der es heißt:


"Alle Fraktionen der Hamburgischen
Bürgerschaft und nahezu alle namhaften Erziehungswissenschaftler sind sich einig, dass längeres gemeinsames Lernen der wichtigste Schritt hin zu einer gerechteren und leistungsstärkeren Schule ist."

 

nachzulesen in:
Stellungnahme der Bürgerschaft,
zur Information hier auch die Stellungnahme von "Wir wollen lernen":
Stellungnahme der Initiatoren


Dazu Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband:
Josef Kraus ist Gymnasiallehrer und Psychologe und seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Der Deutsche Lehrerverband ist die größte Lehrerorganisation in Deutschland außerhalb des DGB bzw. der GEW und vertritt etwa 160000 Lehrer.

Es stimmt nicht, dass nahezu alle namhaften Erziehungswissenschaftler sich in der Frage der Verlängerung der Grundschulzeit einig wären. Im Gegenteil: Diejenigen Bildungswissenschaftler, die sich auf verlässliche empirische Daten stützen können, geben einer verlängerten Grundschule durch die Bank schlechte Noten. Leider aber obsiegt in der Bildungspolitik und auch in den sog. Erziehungswissenschaften zu häufig die Gesinnung über die Fakten und über das Urteilsvermögen. Es gilt: Jede Vereinheitlichung schulischer Bildung geht zu Lasten der Schwächeren, weil sie dadurch eben nicht besser gefördert werden; und sie geht zu Lasten der Stärkeren, weil sie dadurch gebremst werden. Mit Gerechtigkeit hat solche Gleichmacherei nichts zu tun.