Seit Monaten wird darüber diskutiert und gestritten.
Viele Hamburger fragen sich, was stimmt? Was ist das Beste für unsere Kinder?
In diesem Blog wollen wir das überprüfen. Tag für Tag werden wir bei Kernaussagen der Schulreformer nachhaken. Was sind Versprechen, was sind Fakten? Was sagen Experten, Wissenschaftler und Praktiker?
Lesen Sie den Faktencountdown zur Hamburger Schulreform:
2. Kernaussage der Primarschulreformer:Dies behauptet die Bürgerschaft in der Wahlbroschüre, die allen Hamburger Wählern zum Volksentscheid zugeschickt wurde. Darin findet sich die "Die Stellungnahme der Bürgerschaft zu ihrer Vorlage", in der es heißt: "Ein Schritt, den viele europäische Länder bereits erfolgreich gegangen sind. Längeres gemeinsames Lernen bedeutet 6 Jahre Primarschule statt 4 Jahre Grundschule. Wir geben unseren Schülerinnen und Schülern also fairere Entwicklungsmöglichkeiten mit auf den Weg – und damit auch größere Chancen, um sozial bedingte Leistungsunterschiede auszugleichen." nachzulesen in: Stellungnahme der Bürgerschaft, zur Information hier auch die Stellungnahme von "Wir wollen lernen": Stellungnahme der Initiatoren | Dazu Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband: Josef Kraus ist Gymnasiallehrer und Psychologe und seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Der Deutsche Lehrerverband ist die größte Lehrerorganisation in Deutschland außerhalb des DGB bzw. der GEW und vertritt etwa 160000 Lehrer. Falsch! Die einzigen deutschen Ländern, die international an der schulischen Leistungsspitze mithalten können, sind die süddeutschen mit einer vierjährigen Grundschule – und das, obwohl sie zum Teil erheblich schwierigere Umstände haben, zum Beispiel einen mehrfachen Migrantenanteil etwa im Vergleich mit den sog. PISA-Sieger Finnland. Innerdeutsch gehören die Länder mit einer sechsjährigen Grundschule – nämlich Berlin und Brandenburg – zu den PISA-Verlierern. Andere Formen integrierter Beschulung in den Klassen 5 und 6 wurden – siehe Orientierungsstufe in Niedersachsen oder Förderstufe in Hessen – wegen durchschlagender Erfolglosigkeit wieder abgeschafft. Selbst ein Gesamtschulbefürworter wie Prof. Fend (Zürich/Konstanz) kommt in seiner auf einen Zeitraum von 30 Jahren angelegten Life-Studie 2008 zu dem Ergebnis, dass weder eine Gesamtschule noch eine sog. Förderstufe in den Klassen 5 und 6 sogenannten bildungsfernen Schichten bessere Chancen böte. |