Niemals dürfe das Staatsziel bestmöglicher Bildung für alle im Gegensatz gebracht werden zu dem individuellen Recht jedes Kindes auf seine bestmögliche Bildung, schrieb H. Voscherau heute im Hamburger Abendblatt. Der Staat habe nicht das Recht, sehr begabten Kindern durch zwei weitere Jahre "zu langsamen Lernens, durch "nervende" Wiederholung, Langeweile, Unterforderung"... nachhaltig zu schaden.
Voscherau beruft sich auf namhafte Wissenschaftler, die die Primarschulpläne kritisiert haben und plädiert dafür, die Bürgerinnen und Bürger, Eltern und Großeltern frei von abwertenden Unterstellungen, "Parolen und Manipulation selbst entscheiden zu lassen, welche Schule es geben soll".
Doch die Befürworter der Primarschule verweisen immer wieder darauf, dass die verlängerte Grundschule in fast allen Ländern Europas üblich und dort seit langem Standard sei. Dazu wird in diesem Blog nachgehakt. Was sagen Wissenschaftler, was haben internationale Vergleiche ergeben?
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6. Kernaussage der PrimarschulreformerDies schreibt die Schulbehörde unter dem Titel: "Argumente für die Schulreform" "Längeres gemeinsames Lernen ist in Europa Standard Die frühe Trennung nach der 4. Klasse bzw. mit 10 Jahren findet in Europa nur in Deutschland und Österreich statt. Aber auch hier nicht überall: Neben Berlin hat auch Brandenburg eine sechsjährige Grundschule und in Österreich gehen zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler zusammen bis zur 8. Klasse zur Schule. Die Länder der OCED trennen im Durchschnitt mit 14 Jahren. Die skandinavischen Länder und Spanien verteilen die Schülerschaft erst mit 16 Jahren auf unterschiedliche weiterführende Schulformen. In vielen anderen europäischen Ländern geschieht dies mit 14-15 Jahren. Die Benelux-Staaten trennen mit 12-13 Jahren, die Tschechische und die Slowakische Republik sowie Ungarn mit 11 Jahren." | Dazu der in diesem Blog schon früher erwähnte Begabungsforscher Prof. Kurt Heller: Prof. Dr. Kurt A. Heller, Gründungsdirektor des LMU-Zentrums für Begabungsforschung Universität (LMU) München, in einem Vortrag in Hamburg vor vier Wochen sagte er: "Gerade in Ländern mit staatlichen Gesamtschulen präferieren viele Eltern „elitäre“ Privatschulen, wobei die Differenzierung bzw. Schullaufbahnentscheidung oft schon viel früher als in Deutschland getroffen werden muss. Pikanterweise wird diese Option nicht selten von Kritikern gegliederter Schulsysteme für ihre eigenen Kinder beansprucht." auch nachzulesen in "Brauchen wir eine Verlängerung der vierjährigen Grundschule? Ideologische Irrtümer und wissenschaftliche Fakten" von Prof. em. Dr. Kurt A. Heller (LMU München): Zur Erläuterung folgen hier Angaben über den Anteil von Privatschulen in einer Reihe von OECD Ländern aus dem Jahre 2004
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